Dienstag, 20. Dezember 2011

Gulasch wie damals in der Gulaschkanone zubereitet





 Gulasch und Tafelspitz verbindet mich mit  meiner Herkunft und  Heimat Österreich.
Bei diesen typischen österreichischen (typisch österreichische Gerichte gibt es wenige eher ein Mix aus ungarischen und, und, und) Gerichten fällt mir bei deren Zubereitung immer das eine oder andere von früher ein. So habe ich zum Beispiel die Herstellung von Gulasch in der Gulaschkanone im Glyzerin-Kessel, vor vielen Jahren in der Truppenküche beim Österreichischen Bundesheer gelernt. Nein, ich habe in unserem jetzigen Garten keine Gulaschkanone stehen :-). Nach einigen Jahren im Ausland musste ich verspätet meinen Wehrdienst ableisten. Als 15jähriger kam eigentlich für mich nur der Zivildienst in Frage. Damals stellte ich so ziemlich alles was Staat (und nicht nur das) betraf in Frage. Begleitet in meinem Inneren wurde ich mit Musik von Ludwig Hirsch, Wolfgang Ambros und anderen Liedermachern, was die Gedanken gegen Waffen zu sein deutlich weiter steigerte. Gut war  dann mein Zwischenspiel für ein paar Jahre im  Ausland. Gegen Waffen war ich zwar weiterhin, aber ich  konnte mich mit reiferem Alter  besser damit auseinandersetzen. Dass ein Konflikt nie mit Waffen gelöst werden kann, diese Meinung vertrete ich  immer noch. So wird es auch bleiben! In der Kaserne angekommen war klar dass ich nach meiner Grundausbildung von zwei Monaten in die Truppenküche komme. Für viele Soldaten wurde dort gekocht, ein wenig mulmig wurde mir da schon dabei. Alles wurde gut, ich hatte eine schöne Zeit beim Heer, mein vorher erlernter Beruf des Koches rettete mich sozusagen vor schlimmeren. Unser elterlicher Landgasthof war ganz nahe der Kaserne, so durfte ich auch bald als Heimschläfer weiter meinen Grundwehrdienst ableisten. Abends ging es dann zu Hause im Landgasthof meiner Mutter mit dem Kochen  weiter, allerdings nicht mehr für viele Soldaten :-).  In der Kaserne wurde oft Gulasch auf verschiedene Arten zubereitet, manchmal noch richtig freistehend auf dem Feld mit der Gulaschkanone. Immer war so ein Ereignis was Besonderes, die Gegebenheiten wie Witterungen, oder die Standplätze im Freien waren oft nicht die besten. Das Gulasch kochten wir damals im Glyzerin-Kochkessel, eine spannende Sache war das, es hat unheimlich Spaß gemacht. Improvisieren war natürlich oft angesagt, das schweißte die Kameradschaft untereinander noch mehr zusammen. Heute blicke ich auf eine tolle Küchentruppe zurück die mir persönlich viel gegeben hat. Trotzdem, hätte ich jetzt die Wahl, ich würde mich für den Zivildienst entscheiden!

Auch in der Steiermark wurde für die Truppenküche Qualitätsfleisch von den umliegenden Fleischereien gekauft. Für die Lebensmittel der Soldaten wurde damals nicht gespart, sehr viel Regionales kam zum Einsatz.




Und so kochten wir das Gulasch in der Gulaschkanone:
(Eine Ausnahme war der Majoran, den hatten wir nicht frisch sondern getrocknet)


Zutaten:
Grob geschnittene Rindfleischwürfel, hatte ich vom Beef Hohenlohe, in der Kaserne hatten wir aber auch Klasse Rindfleisch von umliegenden Bauern.
Zwiebeln, geschält und in dickere Scheiben geschnitten ( 60% Fleisch zu 40% Zwiebeln )
Knoblauch, geschält und gehackt ( nicht sparsam )
Kümmel ganz
Frischer Majoran (nicht sparen)
Tomatenmark
Süßes Paprikapulver ( reichlich )  mit Gemüsebrühe verrührt
Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer aus der Mühle
Frische Kartoffeln, geschält und fein gerieben zum abbinden
Rapsöl


Herstellung:
Die Rindfleischwürfel in heißem Rapsöl von allen Seiten etwas anbraten. Dann die Zwiebelscheiben hinzufügen und diese ebenso leicht anschwitzen lassen. Anschließend Tomatenmark hinzufügen und alles zusammen auf kleiner Flamme  weiter rösten lassen. Mit der Gemüsebrühe auffüllen, dass mit der Gemüsebrühe verrührte Paprikapulver einrühren, Kümmel, Knoblauch, Majoran hinzufügen (frischen Majoran aber erst in den letzten 20 Minuten) und mit etwas Salz und Pfeffer aus der Mühle würzen. Das Gulasch nun bei ca. 90 Grad leicht vor sich hinziehen lassen bis die Fleischstücke weich geworden sind. Zum Schluss mit geriebenen Kartoffeln abbinden und mit Salz und Pfeffer abschmecken.