Schwäbische Wurstknöpfle mit einer Zwiebelschmelze und Kartoffelsalat

Ich habe meine Rezeptur für die Wurstknöpfle ein bisschen verändert und diesmal alles ganz genauestens für euch notiert – diese Version ist für die geballte Schwaben-Power von 4 Personen gedacht! ;-)
Es ist mir dieses Mal wirklich die noch bessere Rezeptur gelungen. Zu diesem deftigen Gericht empfehle ich eine klassische Zwiebelschmelze und einen frisch selbst hergestellten Kartoffelsalat. Zum Thema Kartoffelsalat habe ich ja schon oft geschrieben: Eine genaue Rezeptmenge bezüglich der Würzmengen gibt es wohl nicht. Es ist schier unmöglich, einen Kartoffelsalat nach starrem Maß aus einem Kochbuch zu machen. Eine Zutatenliste ja, aber der alles entscheidende Moment – nämlich der des Abschmeckens mit den Gewürzen – ist und bleibt reine Gefühlssache. Die Schwaben lieben ihren Kartoffelsalat abgöttisch. Jede Hausfrau schwört auf das eigene, oft über Generationen hinweg überlieferte Rezept. Der Kartoffelsalat ist im Schwabenland eine spannende Geschichte mit vielen Hintergründen. Für mich gilt auch bei diesem Salat: Jeder nach seinem Gusto, jedem sein ganz persönliches Original und jedem seine ganz eigene Geschmacksnote! 


Tipp für die perfekte Konsistenz der Wurstknöpfle:
Das Geheimnis liegt bei diesem Gericht in den eingeweichten Weißbrotwürfeln. Sie sorgen dafür, dass die Wurstknöpfle im kochenden Wasser trotz der herzhaften Schinkenwurst wunderbar fluffig und saftig bleiben. Lassen Sie dem Teig vor dem Kochen unbedingt die 10 Minuten Ruhezeit, damit das Mehl binden kann und die Knöpfle im Wasser nicht auseinanderfallen. 

Zutaten für die Wurstknöpfle:
(Gerechnet für 4 Personen)

  1. 400 Gramm Mehl
  2. 4 Eier
  3. Ein Schuss Wasser
  4. 350-400 Gramm geräucherte Schinkenwurst, in ganz kleine Würfel geschnitten
  5. 2 Zwiebeln, geschält und in kleine Würfel geschnitten
  6. 70 Gramm Weißbrot (vom Vortag), in kleine Würfel geschnitten
  7. 1 kleiner Bund Blattpetersilie, fein gehackt
  8. 40 Gramm Butterschmalz zum Anschwitzen
  9. Eine kräftige Prise Muskatnuss
  10. Salz und Pfeffer aus der Mühle nach Geschmack
  11. Etwas Milch zum Einweichen der Weißbrotwürfel 
Für das spätere Anbraten in der Pfanne:
12. 1 zusätzliche Zwiebel, geschält und in feine Würfel geschnitten
13. Etwas Butterschmalz zum Anschwitzen

Herstellung:

1. Die Wurst-Masse vorbereiten
In einer heißen Pfanne mit etwas Butterschmalz die Zwiebelwürfel zusammen mit den Schinkenwurst-Würfeln sanft anschwitzen. Zum Schluss die frisch gehackte Petersilie hinzufügen, kurz mitschwenken und die Masse dann vollständig erkalten lassen. Parallel dazu die Weißbrotwürfel in einer kleinen Schale mit etwas Milch tränken, circa 5 Minuten ziehen lassen, danach gut mit den Händen ausdrücken. 
2. Den Spätzle-Teig herstellen
Aus dem Mehl, den Eiern, dem Schuss Wasser, Salz und einer Prise Muskat wie gewohnt einen klassischen, zähflüssigen Spätzle-Teig herstellen. Der Teig sollte nicht zu dick geraten. Die ausgedrückten Weißbrotwürfel sowie das abgekühlte Wurst-Zwiebel-Petersilien-Gemisch nun direkt unter den Spätzle-Teig heben. Alles zusammen mit Salz und Pfeffer aus der Mühle nochmals kräftig und rezent abschmecken. Den fertigen Teig danach für etwa 10 Minuten ruhen lassen. 
3. Wurstknöpfle formen und garen
Einen großen Topf mit Salzwasser zum Sieden bringen. Mit zwei Teelöffeln nacheinander einzelne Wurstknöpfle vom Teig abstechen, formen und ins heiße Wasser gleiten lassen. Mein Tipp: Machen Sie vorab unbedingt eine kleine Kochprobe mit einem einzelnen Knöpfle und schmecken Sie den Teig bei Bedarf nochmals nach! Sobald die Wurstknöpfle an der Oberfläche schwimmen, lassen Sie diese noch etwa 2 bis 3 Minuten gar ziehen. Anschließend mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen. 






4. Das Finale in der Pfanne
In einer großen, heißen Pfanne frisches Butterschmalz erhitzen. Die fertigen Wurstknöpfle zusammen mit den zusätzlichen Zwiebelwürfeln hineingeben und von allen Seiten goldbraun anbraten. Die fertigen, herrlich duftenden Wurstknöpfle direkt auf Tellern anrichten und mit dem vorher zubereiteten, lauwarmen Kartoffelsalat servieren.







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Kommentare

wolfgang Gschwendtner hat gesagt…
lieber Johannes, das sieht alles ( wie immer ) extrem lecker aus, aber bei Deinen Wurstzipfeln
dachte ich zuerst an Süßspeise, mit Zitronat und Orangeat ;-)
Ich werde alt
lG Woifi
Martinas kochküche hat gesagt…
Das klingt sehr lecker ..sieht toll aus und wird sicher in den nächsten Tagen gemacht........Wurstknöpfle...noch nie gehört, könnte meiner Familie aber gefallen.
LG
martina
Martinas kochküche hat gesagt…
Hab sie heute gemacht und meine Familie war begeistert.....ich natürlich auch. Vielen Dank für das rezept.
LG
martina
Anonym hat gesagt…
Wenn ich nur wüsse, was gerauchte Schinkenwurst ist! Wie heißt das wohl in Deutschlands Norden?
Anonym hat gesagt…
Kann ich leider nicht sagen, aber ich nehme z. B. Krakauer für Wurstknöpfle, geht genauso, ist wenn nicht sogar noch würziger und pikanter!